13.07.2018

UX Strat – Amsterdam 2018

Das Motto der diesjährigen UX Strat Konferenz in Amsterdam war: Transform outward, inward and forward. Die vortragenden DesignerInnen sprachen über das Potenzial ihrer Arbeit hinsichtlich unternehmerischer Relevanz und gesellschaftlicher Verantwortung.

Eine Reflektion von Cosima Geyer

Das Motto der diesjährigen UX Strat Konferenz in Amsterdam war: Transform outward, inward and forward. Die vortragenden DesignerInnen sprachen über das Potenzial ihrer Arbeit hinsichtlich unternehmerischer Relevanz und gesellschaftlicher Verantwortung.

 

Von Taktik zu Strategie

Orange’s Head of Design, David Ruiz Martinez, sagt “Die Rolle des Designers als Facilitator gehört der Vergangenheit an.“

Denn Innovation ist elementar für das Überleben der Firmen in einer sich immer schneller wandelnden Welt. Neue, disruptive Geschäftsmodelle lassen keine Branche aus – kaum eine Firma darf sich vor ihnen in Sicherheit wägen. Martinez macht in seinem Vortrag deutlich, dass eine Design Strategie, die von ganz oben getragen wird, essenziell für das Innovationspotenzial einer Firma und damit für den erfolgreichen Kurswechsel, ist.

Bedeutet: Die Verantwortung des Designs verlagert sich von der Befähigung wichtiger Entscheider zum Treffen von wichtigen Entscheidungen. Das impliziert, dass DesignerInnen in Zukunft Business Anforderungen noch besser verstehen müssen. Ihr Beitrag wird nicht länger der taktische Rat sein, sondern die Co-Creation der Business Strategie.

 

Von Strategie zu Innovation

PwC’s Beraterin und Business Designerin, Wanja Rinke, erklärt, warum große Innovationen nichts Wert sind ohne eine Organisation, die bereit dazu ist, sie zu verwirklichen.

Innovative Ideen bauen oft auf einem neuen Geschäftsmodell auf, dass wiederum ein spezifisches Set an Fähigkeiten erfordert. Um einen erfolgreichen Innovationsprozess zu ermöglichen, müssen nicht nur Business-Anforderungen identifiziert werden. Benötigte Fähigkeiten sollten bereits früh im Prozess aufgebaut werden. Rinke führt das Publikum durch PwC’s d.quarks – ein digitales Fähigkeiten Framework, das auf fünf digitalen Geschäftsmodell-Archetypen basiert (Entwickelt von Michael Pachmajer & Dr. Carsten Hentrich).

Mit den d.quarks können Firmen ihren digitalen Reifegrad und, neben weiteren Business Implikationen, den Einfluss auf Ihre Innovationsprojekte analysieren.

 

Peace is waged with sticky notes

Trotzdem kommen viele Kunden mit einer klaren Vorstellung auf DesignerInnen zu: Sie brauchen auch eine App. (Eine Lösung, die implementiert werden muss, kein Problem, das gelöst werden soll). Während viele der Redner einen Design Prozess fordern, der offen für unerwartete Ergebnisse ist, geht Jim Kalbach noch weiter.

Kalbach, Author von Mapping Experiences and Designing Web Navigation (beide publiziert von O’Reilly) nutzt seinen Vortrag, um aufzuzeigen wie Design Methodik und Taktik für weit mehr als die Entwicklung eines weiteren Produktes und der Optimierung von Wechselkursen genutzt werden kann.

Er spricht über ein Projekt für Hedayah, einem internationalem Anti-Terror Forum, bei welchem er und eine Gruppe ehemaliger Extremisten Experience Mapping nutzen, um Treiber für ehemalige Anhänger zu identifizieren, die sich heute engagieren und Gutes tun.

Er beschreibt die Rolle der DesignerInnen als eine Art Medium: Muster erkennen, darauf basierend Modelle entwickeln und diese in ein Narrativ zu transferieren – erfahrbar zu machen.

 

Um es zusammenzufassen: Obgleich das Aufgabenspektrum der DesignerInnen zunehmend mehr als die Entwicklung von Produkten und Services umfasst, streben DesignerInnen nach mehr: Die Mitsprache bei der Unternehmensstrategie, die Nutzung neuer Technologien um echte Mehrwerte zu schaffen, und wie Kalbach es formuliert:

 

Es geht um menschliche Erfahrungen (…) Wir müssen uns davon lösen, dass Experience etwas ist, dass auf einem 13 Inch Screen passiert. Das ist keine Experience, das sind bloß Pixel, die mir entgegenfliegen. – Jim Kalbach

 

Ihr Kommentar