15.12.2017

Digital Detox Light – Achtsamkeit in einer digitalen Welt

Digitalisierung verschafft uns Möglichkeiten, Ideen zu verwirklichen, Neues auszuprobieren und unser Leben zu bereichern. Gleichzeitig verbringen wir sehr viel Zeit mit digitalen Tools. Es stellt sich die Frage, wie dabei noch Ideen und Inspirationen aus dem echten Leben geschöpft werden können.

Und täglich grüßt das Murmeltier

Es klingelt. Es ist 6 Uhr morgens und ich halte mein iPhone in den Händen. Ich stehe auf, mache mir einen Kaffee. Kaffee schlürfend scrolle ich durch die ersten Nachrichten-Apps, meine Inbox, und ein paar Blogs. Einige Zeit später im Büro beginne ich meinen Tag mit E-Mails, Notifications und Erinnerungen für Meetings und Telefonate. Irgendwann wird mir klar, dass Klingeltöne, Push-Nachrichten und Erinnerungen die Art und Weise beeinflussen, wie ich Aufgaben im Alltag bearbeite. Eine ständige Wachsamkeit stellt sich ein, obwohl ich sofort benachrichtigt würde. Habe ich etwas verpasst? Noch einmal schnell E-Mails beantworten bevor ich zum Mittagessen gehe. Durch die verschiedenen Kanäle, über die mich Nachrichten unabhängig von Wichtigkeit und Dringlichkeit erreichen, bin ich ein digitales Multitasking-Talent geworden. In den wenigsten Fällen habe ich aber tatsächlich eine wichtige Nachricht verpasst (die Sorte “Wir-müssen-das-Feuer-jetzt-löschen-Nachricht”). Für gewöhnlich werde ich angerufen, wenn es sehr dringend ist. Dennoch bin ich immer und überall erreichbar: In meiner produktivsten Zeit, beim Essen, Einkaufen und wenn ich in meiner Freizeit unterwegs bin.

Warum nicht mal ausschalten, abschalten und entschleunigen?

Meine Idee ist nicht neu, aber auch nicht ganz einfach in der Umsetzung. Hier habe ich einen einfachen Tipp bekommen: “Immer ein Schritt nach dem anderen.” Ich beginne mit einer Frage: “Warum wünsche ich mir mehr Achtsamkeit in einer digitalen Welt?”
Die digitale Welt bietet unglaubliche Technologien, coole Gadgets und Alltagshelfer auf die keiner mehr verzichten möchte. Digitalisierung verschafft uns also Möglichkeiten, Ideen zu verwirklichen, Neues auszuprobieren und unser Leben zu bereichern. Gleichzeitig verbringen wir sehr viel Zeit mit digitalen Tools wie zum Beispiel im Beruf, in unserer Freizeit, aus Langeweile oder Spaß. Mir stellt sich die Frage, wie ich dabei noch Ideen und Inspiration aus dem echten Leben schöpfen kann? Achtsamkeit oder Mindfulness bedeutet für mich, Dinge und Ereignisse in meinem Leben wieder bewusst zu machen und sie klar wahrzunehmen. Kleine Meditationsübungen zum Beispiel können dabei helfen. Mein Ziel ist es, Achtsamkeit in meinen Alltag zu integrieren und bewusst zu entschleunigen, um mit mehr Energie und Inspiration in den Tag zu starten.

Lass‘ doch mal das Handy in der Tasche

Um mehr Struktur in mein Vorhaben zu bringen, habe ich eine kleine Liste mit Prinzipien erstellt, die ich integriert habe oder ausprobieren möchte. Diese wird sich im Laufe der Zeit natürlich mit meinen Bedürfnissen verändern. In manchen Zeiten wird es auch einmal hektischer werden, aber eine Liste hilft mir, mich an das Warum und Wie zu erinnern:

  • Handy aus beim Essen. Essen ist ein soziales Event. Genießen wir doch einfach die Gesellschaft und das leckere Essen.
  • Weniger E-Mails versenden. Welchen Zweck soll meine Nachricht erfüllen? Muss ich wirklich alle ‘in cc’ setzen?
  • E-Mail Benachrichtigungen von Push auf Fetch setzen. E-Mails zu vordefinierten Zeiten checken (super schwer!) und Filter setzen – reduziert das Chaos in der Inbox.
  • Anrufen statt texten. Es ist schön eine menschliche Stimme zu hören. Und manchmal geht es einfach schneller.
  • Das Telefon in der Tasche lassen. Zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit. Vielleicht einen Podcast, ein Hörbuch oder Musik hören. Macht gute Laune.
  • Online-Stöbern durch ein Buch, eine Zeitschrift oder Zeitung ersetzen. Morgens zum Kaffee. Bei Fachbüchern lernt man sogar was, wenn der Kopf frisch ist. Abends eine heiße Schokolade oder Tee zum Buch. Das entspannt.
  • Handy in einen anderen Raum legen. Es heißt, man arbeitet dadurch produktiver. Notiz an mich selbst: ausprobieren!
  • Social Media oder News Apps auf dem Handy durch die Nutzung im Browser ersetzen. Es dauert definitiv länger, aber ich entscheide mich bewusst für den Input.
  • Ab in die Natur und Handy in den Rucksack. Beim Wandern in den Bergen gibt es eh keinen Empfang oder Internet.
  • Entspann’ dich! Einfach ausprobieren. Nicht zu ernst nehmen. Es ist nur digital.

Wenn du das hier liest, gehörst du wahrscheinlich auch zu denjenigen, die sich in der digitalen Welt wohl fühlen. Digitalisierung bereichert unser Leben. Es ist die Leidenschaft vieler im Beruf und in der Freizeit. Im Berufsalltag zwischen Meetings, Telefonaten und Präsentationen können wir aber auch Raum und Zeit nutzen, wo wir nachdenken und uns ausprobieren, z. B. in Denk- und Ruheräumen oder Innovation Spaces mit der Möglichkeit unsere Gedanken aufzuschreiben oder sie mit anderen zu teilen. Wir können gemeinsam entschleunigen und uns zu neuen Gedanken und Ideen inspirieren. In unserem Team nennen wir diese Fähigkeit Digital Culture. Die Fähigkeit, das d.quark “Digital Culture Development”, und ein gelegentliches “Digital Detox Light” können uns helfen, Dinge bewusster wahrzunehmen, zu genießen und letztlich noch mehr tolle Ideen zu entwickeln und Raum für Inspiration in unserer Welt zu schaffen. Im Beruf und Privaten. Analog und digital.

Ihr Kommentar