01.09.2017

Das Internet-of-Things – nur was für die Großen oder eine große Chance für den Mittelstand?

Neue Technologien haben sich längst im privaten wie geschäftlichen Alltag etabliert. Der digitale Wandel ist umfassend, allgegenwärtig und verändert Markt, Mensch, Umwelt und Gesellschaft nachhaltig.

Sekundenschneller Datenaustausch, Informationen auf Knopfdruck und mobile Mehrwertdienste – neue Technologien haben sich längst im privaten wie geschäftlichen Alltag etabliert. Der digitale Wandel ist umfassend, allgegenwärtig und verändert Markt, Mensch, Umwelt und Gesellschaft nachhaltig.

Das Internet der Dinge (Internet-of-Things, IoT) – also die digitale Vernetzung von physischen Produkten mit dem Internet – wird dabei in der heutigen Geschäftswelt besonders heiß diskutiert und gilt in einigen Branchen mehr als Hype denn als etablierter Treiber von neuen Services. Wenn es um die konkrete Umsetzung des Themas geht, scheint es tatsächlich so, dass sich aktuell vor allem die Großunternehmen IoT-basierter Geschäftsmodelle annehmen und erste Piloten starten. Insbesondere Großkonzerne im Bereich der Fertigungs- und der Automobilindustrie haben IoT als Top-Thema für sich erklärt. Somit stellt sich die Frage – und unsere Kunden stellen uns diese Frage auch – inwieweit das Internet der Dinge auch kleineren bzw. mittelständischen Unternehmen die Chance bietet, die Vorteile der Digitalisierung zu nutzen, um sich so letztlich auch Wettbewerbsvorteile zu sichern.

Der Markt für IoT-basierte Geschäftsmodelle ist aktuell noch sehr jung und kein Thema ist schon wirklich besetzt.

Machen wir es kurz: Den Einsatzmöglichkeiten von IoT sind (fast) keine Grenzen gesetzt. Außerdem ist der Markt für IoT-basierte Geschäftsmodelle aktuell noch sehr jung und kein Thema ist schon wirklich besetzt, egal ob es um die Vernetzung der Maschinen geht (Industrie 4.0), eHealth, Vernetzte Mobilität, Smart Home, Smart Energy, etc.

Die Frage ist nun, welche Faktoren die Erfolgswahrscheinlichkeit von IoT-basierten Geschäftsmodellen beeinflussen. Aus unserer Erfahrung können wir sagen, dass Kreativität und Offenheit für die richtigen Ideen sowie eine Portion Mut und die erforderliche Veränderungsbereitschaft am Ende ausschlaggebend für den Erfolg von IoT-basierten Geschäftsmodellen sind. Denn die Entwicklung von „smarten“ IoT-basierten Geschäftsmodellen erfordert neue Skills, neues Denken und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen, genau wie den Mut, aus Fehlern zu lernen.

Die Entwicklung von „smarten“ IoT-basierten Geschäftsmodellen erfordert neue Skills, neues Denken und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen und auch den Mut, aus Fehlern zu lernen.

Insofern haben kleinere Unternehmen – die Mittelständler – hier im Vergleich zu den „Großen“ grundsätzlich den Vorteil, dass sie aufgrund ihrer Größe „agiler“ sind, schneller zu Entscheidungen kommen, flexibel Kooperationen mit Partnern eingehen können und so anfängliche Ideen für IoT-basierte Geschäftsmodelle schnell in Form von Prototypen umsetzen, um anschließend direkt die Marktreife eines IoT-basierten Geschäftsmodells herzustellen.

So tun sich für kleinere Unternehmen hervorragende Möglichkeiten auf, schnell Nischen und Einsatzfelder mit innovativen Lösungen in einem sehr dynamischen Markt zu besetzen.

Soviel zur Theorie.

In der Praxis erkennen wir im Rahmen unserer Beratungsprojekte jedoch immer wieder, dass Deutschland nach wie vor ein Land der Ingenieure und Maschinenbauer ist – und damit auch weltweit erfolgreich. Allerdings haben Unternehmen in Deutschland auf Basis neuer digitaler Technologien – auch nicht auf Basis von IoT – bislang keine weltweit nennenswerten Erfolge erzielt. Das ist auch dem Umstand geschuldet, dass in deutschen Unternehmen oftmals Entschlossenheit und Experimentierfreude durch übertriebenen Perfektionismus und Bedenken erdrückt werden. Die Angst vor falschen Entscheidungen sowie eine daraus resultierende Konsensorientierung münden in zahlreichen Abstimmungszyklen – so lange, bis am Ende maximal der oftmals zitierte „goldene Mittelweg“ als Ergebnis steht. Und dieser ist im digitalen Umfeld nie die richtige Wahl.

Unternehmen in Deutschland haben bislang auf Basis neuer digitaler Technologien keine weltweit nennenswerten Erfolge erzielt.

Es besteht also Nachholbedarf, auch und insbesondere vor dem Hintergrund, dass einige Branchen ohnehin derzeit massiv im Umbruch sind – hier seien lediglich als einprägsames Beispiel die Automobilzulieferer vor dem Hintergrund der zunehmenden e-Mobilität genannt.

In dem Zusammenhang sollten sich Unternehmen jeder Industrie fragen: Verdiene ich zukünftig mit meinem Produkt überhaupt noch Geld – oder doch vielleicht mit dem dazugehörigen Service? Verkaufe ich Produkte überhaupt noch – oder schaffe ich vielleicht eine Plattform, über die ich sie verleihe?

Das Internet-of-Things bietet die technologische Grundlage, um Produkte, Dienstleistungen und auch ganze Geschäftsmodelle zu erweitern oder noch besser: zu erfinden!

Das Internet-of-Things bietet dazu die technologische Grundlage, um Produkte, Dienstleistungen und auch ganze Geschäftsmodelle zu erweitern oder noch besser: zu erfinden!

Dies ist kein triviales Unterfangen. Mit den richtigen Methoden und der erforderlichen Bereitschaft, neue Wege zu gehen ist dies aber machbar.

Die Frage ist dann, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, damit IoT-basierte Geschäftsmodelle auch tatsächlich zum Erfolg werden.

Eingangs wurden dazu schon “kulturelle” Erfordernisse genannt. Wenn es um die Entwicklung von IoT-basierten Geschäftsmodellen bei Mittelständlern geht, hat sich darüber hinaus aus unserer Erfahrung gezeigt, dass:

  • …IoT-Projekte dann erfolgreich sind, wenn sie vom CEO unterstützt werden und einer klaren Vision folgen
  • …es eine klare IoT Strategie gibt: viele einzelne Maßnahmen sollten zur Erreichung des übergeordneten Ziels beitragen
  • …es vieler kleiner Pilotprojekte bedarf, um den IoT im Unternehmen zu etablieren und die eigenen Defizite zu erkennen
  • …Mittelständler möglichst schnell kleinere Einzelprojekte umsetzen sollten, um relevante Fertigkeiten aufzubauen und Erfahrungen zu sammeln – und auch als motivierendes Signal nach innen und außen.
  • …die richtigen Partner entscheidend sein können für den Erfolg von IoT-Projekten

Alle weiteren anstehenden Fragen (z.B. welche Technologie sollte ich nutzen? Welche Rolle spielt die Cloud für meine IoT-basierten Services? Welche Themen hinsichtlich Datenschutz- und Sicherheit muss ich berücksichtigen? Wie integriere ich IoT-Lösungen in meine Unternehmens-IT?) können dann im Rahmen von Projekten angegangen werden. Auch dies ist keine triviale Angelegenheit, aber machbar sofern es ein koordiniertes Programm gibt, in dem die entsprechenden Experten und Ressourcen effizient zusammenarbeiten können.

Insofern können wir zusammenfassen, dass IoT für mittelständische Unternehmen massive Chancen bedeutet – denn der Markt für IoT-basierte Geschäftsmodelle ist noch sehr jung und dynamisch. Es braucht aber die richtigen Ideen gepaart mit Entscheidungsfreude sowie einem entsprechend aufgesetzten Programm – damit sowohl die technische Komplexität als auch der mit IoT einhergehende kulturelle Wandel professionell gemanagt wird.

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